Die IHK Mittlerer Niederrhein will am Wendersplatz in Neuss für rund EUR 55 Millionen einen innovativen Bildungscampus schaffen. Der IHK-Campus Zukunft wird eine 4.000 Quadratmeter große Aktionsfläche für zentrale Transformationsfelder der beruflichen Bildung. Die Aufträge für die Architekten sowie sämtliche Fachplaner hat die IHK nun in vier Losen im Rahmen von zweistufigen europaweiten Verhandlungsverfahren vergeben. AHP hat die IHK dabei nicht nur engmaschig juristisch beraten, sondern die gesamte Projektstruktur entwickelt und die Umsetzung federführend begleitet und koordiniert.
Lernen und Bildung neu denken
In dem IHK-Campus Zukunft sollen ab 2029 junge Menschen neue Berufe entdecken und ihre Stärken kennenlernen, Auszubildende Zukunftskompetenzen entwickeln, Fachkräfte neue Technologien kennenlernen und Unternehmen innovative Bildungs- und Weiterbildungsformate nutzen. Geplante Nutzungsbereiche sind unter anderem ein Studio für digitale Bildung, Art Thinking Showrooms, Extended-Reality-Werkstätten, Games & Learn Labs sowie Kreativbereiche und Community-Zonen.
Um das Los „Architektur/Objektplanung“ hatten sich insgesamt 35 Architekturbüros beworben. Mit den besten fünf Büros ging es dann in die Angebots- und Verhandlungsphase. Den Zuschlag erhielt die Thomas Müller Ivan Reimann Architekten GmbH aus Berlin. Der Entwurf überzeugte die IHK duch seinen besonders innovativen Ansatz, eine gelungene Einbindung in das Umfeld am Wendersplatz sowie die konsequent nachhaltige Bauweise. Der Bauantrag soll in der ersten Jahreshälfte 2027 gestellt werden. Der Baustart ist für Anfang 2028 geplant.
Schnittstellen zwischen Vergabe-, Fördermittel- und EU-Beihilfenrecht
Zehn Prozent des Projektbudgets wird die IHK aus Eigenmitteln aufbringen. Der überwiegende Teil des Projektbudgets soll jedoch aus Fördermitteln für den Strukturwandel im Rheinischen Revier finanziert werden. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Bezirksregierung Köln und die Zukunftsagentur Rheinisches Revier haben die grundsätzliche Förderwürdigkeit des Campus-Projekts bestätigt und eine Förderung in Aussicht gestellt.
Gerade die Fördermittelkomponente war und bleibt eine besondere Herausforderung für das Projekt: Die Fristen des Förderaufrufs REVIER.GESTALTEN, der Bewilligungszeitraum für die Umsetzung und Abrechnung, die Nachweisanforderungen der Fördergeber und die beihilferechtlichen Grenzen mussten von Beginn an in die Vergabestrategie eingewoben werden. AHP konnte hier vertiefte Kenntnisse im Vergabe-, Fördermittel und EU-Beihilfenrecht sowie vielfältige Praxiserfahrungen mit vergleichbaren Infrastruktur- und Bildungsprojekten ausspielen. Das Ergebnis: Ein spannender Wettbewerb unter vielen namhaften Planungsbüros, durchweg qualitativ gute und wirtschaftliche Angebote und eine vergabe- sowie förderrechtlich robuste Grundlage für die weitere Projektrealisierung.
Die nächsten Schritte
In einem nächsten Schritt wird AHP gemeinsam mit der IHK die Projektsteuerung sowie die Medienplanung für den IHK-Campus Zukunft vergeben, bevor es dann an die Bauvergaben geht. Damit bleibt die Kanzlei auch in der Umsetzungsphase als zentraler rechtlicher und strategischer Partner an Bord.